Das Locarta Public-Viewing-Barometer sinkt - aber nicht so tief wie die deutsche Mannschaft

Auch beim dritten, und leider auch letzten, Spiel der Nationalmannschaft bei dieser WM hat Locarta die Besucherzahlen bei ausgewählten Public Viewings-Standorten in ganz Deutschland ausgewertet. Unser Public-Viewing-Barometer sank bei der Partie gegen Südkorea auf einen neuen Tiefstand von 77, 5 Punkte niedriger als bei  dem Spiel gegen Schweden, 23 Punkte niedriger im Vergleich zum Auftaktspiel gegen Mexiko. In Anbetracht der Tatsache, dass das letzte Vorrundenspiel unter der Woche während der Arbeitszeit stattfand, ist der Rückgang gegenüber dem Sieg gegen Schweden jedoch überraschend gering. Vielleicht hatte das Last-Minute Tor von Toni Kroos am Samstag doch endgültig die WM-Euphorie im Weltmeisterland entfacht, ehe sie gegen Südkorea ein jähes Ende fand. Zumindest die Arbeitgeber schienen am Mittwochnachmittag in Sachen Anwesenheit ein Auge zuzudrücken.

Public Viewing ist Männersache

Wir haben auch die Geschlechterverteilung bei den Public Viewings analysiert. Hier war die Aufstellung konstanter als bei der deutschen Elf. Bei allen drei Vorrundenspielen lag der Frauenanteil bei jeweils leicht über einem Drittel, und damit etwas über dem Anteil der weiblichen Stadionbesucher in der Bundesliga von 20-25%. Rudelgucken trifft somit scheinbar auf etwas breiteres Interesse bei der weiblichen Bevölkerung als der Ligaalltag am Wochenende.

“Die Mannschaft” ist zwar nun vorzeitig stillgelegt, unser Barometer macht jedoch tapfer weiter. Statt jedes Spiel mit Deutschlandbeteiligung auszuwerten, werden wir bis zum Finale alle Spiele der K.O.-Phase analysieren und die Ergebnisse zusammengefasst nach der WM publizieren. Ist Public Viewing nur schön wenn Deutschland spielt? Wird die WM jetzt ignoriert? Oder gehen die Deutschen doch zum Public Viewing, nur ohne Schlandseligkeit?

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Das Locarta Public-Viewing-Barometer

Während der WM misst das Berliner Marktforschungsinstitut Locarta die Besucherzahlen von Public Viewing-Orten in den 15 größten deutschen Städten anhand von Smartphone-Daten. Die Besucherzahlen werden aggregiert und dann im Verlauf des Turniers von Spiel zu Spiel in Form eines Public-Viewing-Barometer verglichen. Den Ausgangswert von 100 bilden die Zahlen beim Auftaktspiel der Nationalmannschaft gegen Mexiko. Die Kapazitätsgrenzen der 40 beobachteten Orte reichen dabei von 400 im Dortmunder Fußballmuseum bis zu mehreren Hunderttausend auf der Fanmeile in Berlin.