Der perfekte Zeitpunkt für einen IKEA-Besuch

IKEA. Vier Buchstaben, die entweder Verzückung oder Entsetzen auslösen. Glaubt man dem Wall Street Journal, dann scheinen von einem Besuch bei dem schwedischen Einrichtungshaus große Gefahren für das Überleben einer Beziehung auszugehen. Dementsprechend häufen sich die Ratschläge (hier, hier und hier), wie man einen Trip zu IKEA übersteht und sowohl den großen Krach vermeidet, als auch schon wieder mit einer Packung Teelichter nach Hause zu kommen. Das A und O liegt in der richtigen Planung.

Allerdings vernachlässigen die meisten Listen einen wichtigen Aspekt: Den Zeitpunkt des Besuchs. Denn trotz bester Planung ist das stressfreie Einkaufserlebnis getrübt, wenn man am Ende 30 Minuten in der Kassenschlange steht und dann noch 20 Kunden vor einem an der Warenausgabe warten. Locarta hat deshalb im März und April 2017 die Besucherzahlen in mehreren deutschen IKEA-Filialen analysiert und gibt darauf basierend die ultimativen Ratschläge für den perfekten Zeitpunkt für einen IKEA-Einkauf.

Mitte der Woche ist IKEA-Zeit

IKEA-Filialen liegen selten zentral und sind mit Anfahrtswegen verbunden. Kurz nach Feierabend zu IKEA ist daher oft keine Option, weswegen ein Besuch am Samstag naheliegt. Vielleicht schlägt aber auch die Freundin am Samstagmorgen vor, mangels Wochenendplänen mal bei IKEA vorbeizuschauen. Dort findet sich ja immer was. Ein schwerer Fehler, wie unsere Daten belegen. Zumindest dann, wenn man möglichst wenig warten will.

Denn Samstag ist der Hauptbesuchstag bei IKEA mit fast doppelt so vielen Besuchern wie an Wochentagen. Erhöhte Besuchszahlen gibt es auch am Freitag und in schwächerer Ausprägung am Montag. Daher liegt der ideale Besuchszeitraum zwischen Dienstag und Donnerstag. Dies entspricht auch dem Trend im deutschen Einzelhandel. Das soll nicht heißen, dass man IKEA sonst meiden soll. Man sollte sich nur darauf einstellen, dass man nicht der Einzige dort sein wird.

Feiertage beachten

Die Aussagen zu den Wochentagen sollten im Umfeld von Feiertagen allerdings noch einmal gesondert betrachtet werden. Abb. 2 zeigt die Besuche in mehreren deutschen IKEA-Filialen im April. Wir haben den Ostersamstag zur Orientierung markiert. Hier zeigt sich deutlich, dass bereits in der Woche vor Ostern die Besucherzahlen deutlich höher sind, als in Normalwochen. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Osterferien vielen die Zeit für einen IKEA-Besuch bieten, ob für größere Anschaffungen oder ohne konkrete Kaufabsicht. Erst am Donnerstag nach Ostern tritt eine Normalisierung zum normalen Wochentagsaufkommen ein. Dies deutet zudem darauf hin, dass auch andere Zeiträume, in denen viele Menschen arbeitsfrei haben, beispielsweise Brückentage, ein höheres Besucheraufkommen verzeichnen.

Am Wochenende eignen sich Freitagabend und Samstagmittag

Nicht immer lassen sich IKEA-Einkäufe auf einen Idealtag verschieben und die Vorstellung einen Urlaubstag für einen Besuch bei IKEA einzusetzen mag vielen als unnötig erscheinen. Sollte ein Besuch bei IKEA wirklich nur am Wochenende möglich sein, gibt es auch dann Zeiträume mit weniger Besuchern. Abb. 3 zeigt das Besucheraufkommen im IKEA Tempelhof von Freitag bis zu einem verkaufsoffenen Sonntag. Freitags ist die Höchstbesucherzahl direkt nach Feierabend erreicht. Deutlich entspannter wird es in den Abendstunden.

Aber auch am Samstag ist das Besuchsaufkommen nicht gleich hoch. Während es am höchsten in den Morgenstunden nach Geschäftsöffnung ist, gibt es danach mehrere Zeiträume mit weniger Besuchern. Etwa am späten Mittag oder am Nachmittag. Das Besucheraufkommen ist trotzdem höher als an anderen Tagen. Erst zum Abend hin fallen die Besucherzahlen rapide ab. Möchte man den Neueinkauf direkt aufbauen, sollte man also nach dem Mittagessen direkt zu IKEA.

Am Sonntag sollst du ruhen

Unser Graph zeigt ebenfalls das Besuchsaufkommen an einem verkaufsoffenen Sonntag. Der Besucherpeak ist noch einmal höher als zu den beliebtesten Zeiten am Samstag. Da IKEA, wie andere Geschäfte an verkaufsoffenen Sonntagen auch, kürzere Öffnungszeiten anbietet, verteilen sich die Besucher nur auf wenige Stunden. Hier heißt es abwägen. Der Sonntag mag verpflichtungsfrei sein und sich daher für den Kauf der neuen Sitzgarnitur anbieten. Diesen Gedanken haben aber auch viele weitere Besucher.

Wenn es mehrere IKEA-Filialen gibt – die Auswahl in Berlin

IKEA unterhält 51 Filialen in Deutschland. Für die meisten Menschen gibt es nur ein Geschäft in ihrem Einzugsgebiet. Die Bewohner von einigen Großstädten, wie Hamburg, Köln oder Berlin, haben allerdings gleich mehrere IKEA-Filialen zur Auswahl. Wenn man unsere Besuchstipps berücksichtigt, steht einem entspannten IKEA-Besuch nichts im Wege. Aber verteilen sich die Besucher im selben Einzugsgebiet gleichmäßig auf alle vorhandenen IKEA-Filialen? Als Berliner Unternehmen haben wir die Situation in unserer Stadt genauer betrachtet, wo die Bewohner gleich vier Filialen besuchen können. Schließlich wachsen wir und brauchen neue Büromöbel.

Das beste Besucher-Fläche-Verhältnis gibt es in Spandau

In Abb. 4 ist klar erkennbar, dass der IKEA Lichtenberg das höchste durchschnittliche Besucheraufkommen aller Berliner Filialen hat. Also ausschließen? Keineswegs, denn die Filiale in Lichtenberg ist die zweitgrößte der Welt mit einer Bruttogeschossfläche von 43.000m². Das heißt auch bei absolut mehr Besuchern verteilen diese sich besser durch die schiere Größe des Geschäfts. Die beiden Filialen in Tempelhof und Spandau sind ähnlich groß und etwa 15% kleiner als IKEA Lichtenberg. Zwar hat Spandau ein niedrigeres Besucheraufkommen und das beste Besucher-Fläche-Verhältnis. Die Filiale liegt im äußersten Westen der Stadt aber weniger zentral als die Tempelhofer Filiale, die man direkt an der A100 findet.

Etwas abgeschlagen, sowohl was Besucheraufkommen, als auch Geschossfläche und Lage angeht, ist schließlich der IKEA in Schönefeld. Er liegt zwar außerhalb der Stadtgrenzen, heißt aber trotzdem IKEA Berlin-Waltersdorf und ist mit einer Bruttogeschossfläche von 25.000m² deutlich kleiner als die übrigen Filialen. Hier kann es eher gedrängt werden, wie Abb. 5 zeigt. Gegenüber dem Spandauer IKEA liegt die Besucherzahl/m² in Schönefeld um 18% höher.

Unsere beiden Graphen illustrieren, dass sich die unterschiedlichen Besucherzahlen hauptsächlich aus Größe des Ladens und dessen Lage erklären. Wenn man nicht nur die absoluten Besucherzahlen betrachtet, sondern sie in Verhältnis zur Ladenfläche setzt, sieht man, dass keine Filiale viel leerer ist als die Anderen. Außer ein gewünschtes Möbelstück ist dort nicht mehr vorrätig, macht man also nichts falsch, wenn man einfach den am nächsten gelegenen IKEA besucht.

Wie wir unsere Daten erheben

Locarta nutzt ein deutschlandweites Panel von Smartphonenutzern, um Daten wie die oben beschriebenen zu erheben. Über eine Million Teilnehmer teilen ihre anonymisierten Standortdaten mit uns. Diese haben wir genutzt um die Besuchszahlen von IKEA-Filialen im März und April näher zu betrachten.

Um sicher zu stellen, dass ein Besuch richtig zugeordnet wird, setzen wir nicht allein auf GPS-Signale, sondern nehmen auch andere Signale, wie z.B. Informationen zu WLAN Netzwerken, hinzu. Im Falle von IKEA kann man zwar mit GPS nichts falsch machen, denn die Filialen sind sehr groß und umgeben von Parkplätzen, so dass eine Falschzuordnung unwahrscheinlich ist. Die meisten Geschäfte sind allerdings deutlich kleiner und befinden sich häufig auch in eng bebauten Innenstädten. Selbst mit einer angenommenen Genauigkeit von 10m für einen stillstehenden Besucher kann man mit GPS allein nicht zweifelsfrei feststellen, ob der Besucher gerade im Fast Food-Restaurant oder im Blumenladen nebenan ist. Dank der Kombination mehrerer Signale, liefert die Locarta Technologie auch in diesem erschwerten Umfeld eine hohe Präzision.

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